Wochenrückblick

Die letzte Woche im gewohnten Überblick:

Es ging mal wieder um aggressives Sparen, diesmal beim Projekt „Arzt an Bord“. Wieder eine Sparmaßnahme, die im Ergebnis wahrscheinlich mehr kostet, als Lufthansa durch sie einsparen wird.

Die Notwendigkeit zu sparen erklärten Dr. Franz und Carsten Spohr in einem offenen Brief an die Mitarbeiter. Dort stand auch drinnen, daß der Wettbewerb Lufthansa teils schon überholt hat und die Ergebnisse für die geplanten Investitionen schwerlich ausreichen. Beides keine überraschenden Erkenntnisse, wenn man sich Lufthansas Verhalten die letzten Monate kritisch angeschaut hat.

Ebenso mißlich wie die Kommunikation per „offenem Brief“ ist der Umgang mit Subventionen: Sollen „die Araber“ welche bekommen, werden sie dafür verdammt, geht es um Lufthansa selbst, sind sie standortentscheidend. Das der Vorstand gerne den eigenen Vorteil sieht, zeigt auch die Lufthansa Definition von Rechtssicherheit und der Umgang mit Schadenersatzforderungen am Berlin Brandenburg International.

Da ist es wenig erstaunlich, daß Meinungsvielfalt im Lufthansa-Vorstand nur auf dem geduldigen Papier des Exclusiv-Magazins zu existieren scheint. Lieber wirft man einen Unternehmensberater raus, als seine Kritik zu hören.

Dabei sind Unternehmensberater jobbedingt auch Kunden. Und kennen das Produkt, Service und Preis. Doppeltes Wissen, das praktisch zu nutzen wäre.

Schade, daß der Lufthansa-Vorstand Kritik nicht als eine Chance sieht und sie nutzt.

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Vielfalt bei Lufthansa

Im Lufthansa Exclusive 07/12 schreibt Dr. Franz, daß Lufthansa „Diversity“ lebe und Vielfalt den Konzern ausmache. Vielfalt in Bezug auf Nationalitäten sicher, aber Meinungsvielfalt scheint eher nicht so begehrt, wie das Manager Magazin feststellte. Kritikunfähig und unwillig zu Veränderungen sei der Vorstand. Das ging soweit, daß die Beratungsfirma, die das festgestellt hat, rausflog.

Besser kann man Kritikunfähigkeit gar nicht belegen.

Aber auch mit der Nationalitätenvielfalt scheint Lufthansa noch ihre Probleme zu haben: Die zugehörige Mehrsprachigkeit schafft nur die kleinere Tochter Swiss in der Social-Media-Kundenkommunikation.

Herr Dr. Franz, Ihre Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung divergieren deutlich. Wie können Sie da noch die richtigen Entscheidungen für die Zukunft der Lufthansa treffen?