Dr. Franz fördert Emirates

Wer in Frankfurt, München oder auch Zürich wohnt, für den ist die Entscheidung für Lufthansa bzw. Swiss naheliegend. Von den großen Drehkreuze geht es überall hin, Umsteigen ist häufig unnötig.

Doch wer aus Hamburg, Düsseldorf, Berlin oder Stuttgart fliegt, der muß eh mindestens einmal umsteigen. Damit steigt die Auswahl an Airlines. Wenn ich von Hamburg nach USA fliege, ist es für mich im Ergebnis egal, ob ich über Frankfurt, London, Amsterdam, Kopenhagen oder gar Helsinki fliege.

Nach Australien ist Emirates von Hamburg aus deutlich bequemer: Einmal umsteigen in Dubai, statt einmal in Frankfurt, Zürich oder München und dann ein zweites Mal in Bangkok, Singapore, Seoul oder Hongkong.

Früher, als ich nur von München flog, war Lufthansa klar im Vorteil. Seit ich auch viel von Hamburg aus unterwegs bin, ist Lufthansa nur noch ein Anbieter unter vielen. Unter vielen, die bei einem besseren Kabinenprodukt und häufig besseren Service sogar noch einen deutlich günstigeren Preis anbieten.

Lufthansa hatte mit Miles&More ein geniales Konzept, Kunden zu binden. Viele Vielflieger haben sich allein wegen des Programmes immer wieder für Lufthansa entschieden und die Konkurrenz einfach ausgeblendet. Das hat funktioniert.

Viele sind jetzt aber durch die neuen Verschlechterungen bei Miles&More und die Entwertung der Meilen so verärgert, daß das Kundenbindungsprogramm sie nicht mehr bindet. Sie entdecken jetzt die Vorteile der Konkurrenz. Wie Limousinenservice ab der Haustür, wirklich flache und bequeme Businesssitze usw.

Lufthansa wird es schwer haben, diese Kunden zurückzugewinnen. So fördert Lufthansa den Wettbewerb. Anstatt das aber zu verstehen, verlangt der Vorstandsvorsitzende Staatshilfe gegen die bösen Araber.

Herr Dr. Franz, darf ich Ihnen die aktuelle brandeins 05/2012 empfehlen? Heftschwerpunkt: Loyalität. Da können Sie noch was lernen.

Österliches: 300$-Strafe für Ü-Ei-Mitnahme in die USA

Zum Ostersonntag, nach Sammelklage und Milliardenschaden durch Meilenentwertung mal eine friedliche Randnotiz:

Im Lufthanseat Nr. 1415 vom 5.4.2012, online für jedermann erhältlich, warnt die Lufthansa ihre Mitarbeiter, Überraschungseier mit in die USA zu nehmen. Das könne bis zu 300 US$ Strafe nach sich ziehen.

Grund für dieses Vorgehen ist ein Gesetz von 1938. Es verbietet, ungenießbare Objekte in Lebensmitteln zu verstecken.

Überhaupt dürften Lebensmittel nichts für Kinder ungenießbares enthalten, so wären auch Alkoholpralinen wie Mon Chéri verboten.

Wer jetzt über die Amerikaner lacht: 2008 wäre auch hier fast unsere Lieblingsmischung aus Spiel, Spaß und Spannung verboten worden. Denn Spielzeug und Süßes in Kombination sei gefährlich für die Kinder.

Was ein Glück, daß das Verbot nicht kam, denn sonst gäbe es kein Foto von einem A380 für Meilenschwund.

Frohe Ostern!