Prämienverfügbarkeit: LH unter Top Ten – für Economy

Das Handelsblatt veröffentlichte gestern online einen Artikel, welche Airlines die beste Verfügbarkeiten für Prämienflüge hätten. Lufthansa kam dabei auf Platz 3.

Das kam mir komisch vor, stand es doch im Widerspruch zu meiner eigenen Erfahrung mit Prämienverfügbarkeiten und meinem Test.

Freundlicher Weise mußte ich nicht viel recherchieren, denn ein Leser schickte mir gleich den Link auf die Originalstudie mit. Leider war in der Studie die Informationen zur Methodik sehr knapp, daher habe ich den Autor Jay Sorensen angemailt – er antwortete sofort:

Tatsächlich hat die Studie nur die Verfügbarkeit von Economy-Flügen überprüft. Business und First-Class blieben außen vor.

Kein Wunder, daß dann Lufthansa gut abgeschnitten hat. Schließlich kosten oft Meilenflüge über Steuern und Gebühren mehr als Bezahlflüge. So entsteht da aus Kundensicht ein negativer Meilenwert.

Bei British Airways, die in der Studie scheinbar schlechter wegkommt, werden bei einem Prämienflug in den Zonen 1-3, das reicht grob bis Nordafrika, lediglich 27 € Steuern und Gebühren fällig. Da mag zwar die Verfügbarkeit ein paar Prozentpunkte schlechter sein – aber es handelt sich immerhin um einen echten Prämienflug.

Auch Qantas verlangt für den gut fünfstündigen Flug von Sydney nach Perth und zurück nur 77 AUS$ (60 €) an Steuern und Gebühren. Verglichen mit innerdeutschen (oder innereuropäischen) Lufthansa-Flügen ist das deutlich günstiger.

Dasgleiche gilt für United oder US Airways. Sie schneiden zwar alle in der Studie angeblich schlechter ab bezüglich der Prämienverfügbarkeit, dafür bieten sie aber auch echte Freiflüge an und verlangen nicht über den einen Treibstoffzuschlag mehr, als ein günstiges Ticket kostet.

Da relativiert sich die scheinbar bessere Verfügbarkeit in Economy schnell wieder.

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Wochenrückblick

Obwohl die Woche kurz war, darf der Wochenrückblick nicht fehlen.

Besonders freute mich die Woche, daß ich den „großen“ Medien mit meiner Meldung zu den Preiserhöhungen bei Lufthansa einen Tag voraus war. Vielen Dank dafür an meine Quellen. Ohne deren Unterstützung könnte ich nicht so schnell sein.

Mein eigentlicher Schwerpunkt in der kurzen Woche war die zunehmend negative Wahrnehmung der Lufthansa in der Öffentlichkeit. Dafür habe ich eine interessante Studie gefunden, die zeigt, daß in Social Media hauptsächlich gelobt wird, während auf der Lufthansa-Facebook-Seite überproportional viel Kritik steht. Für mich ein Indiz für negative Wahrnehmung.

Eine Studie belegt meine Vermutung: Lufthansa überwiegend negativ wahrgenommen.

Das Verhalten der Lufthansa hinterließ auf mich den Eindruck: Neukunden sind hui, gebrauchte pfui?

Die Woche war kurz und (auf meinem Blog) recht ruhig, aber keine Sorge, liebe Lufthansa, die nächsten Artikel warten schon…

Dr. Franz schimpft auf die „Araber“

Natürlich wieder mal Thema auf der Hauptversammlung, die bösen arabische Konkurrenten, allen voran natürlich die schlimme Emirates. Da hilft nur Staatshilfe.

Kannte der Vorstand eigentlich schon die Studie der DLR zum Thema Emirates?

Da stellt sich heraus, daß Emirates Deutschland volkswirtschaftlich gesehen nutzt.

Und dann gibt es da noch die Eigeninformation der Emirates, in der sie behaupten, nicht subventioniert zu werden.

Natürlich ist das eine ein hauseigenes Infoblatt, das andere vermutlich Auftragsforschung und die DLR nicht gerade für die Forschung in VWL bekannt, das könnte man angreifen. Aber es sind mal andere Argumente als die, die uns Lufthansa dauernd vorkaut. Man sollte immer beide Seiten hören.