Der Kunde ist Mittel. Punkt.

Herrlicher Kommentar eines Aktionärs auf der Hauptversammlung. In seiner Rede griff er die Aussage von Dr. Franz auf, der Kunde sei der Mittelpunkt und korrigierte:

Der Kunde ist Mittel. Punkt.

Mittel dazu, Geld zu verdienen. Schön auf den Punkt gebracht.

Das ist auch legitim, Herr Dr. Franz. Ein Kunde darf für Sie Mittel zum Gewinn sein. Nur auf eine Kleinigkeit müssen Sie noch achten: Er darf es nicht mitbekommen.

Ein erfolgreicher Unternehmer schafft es, den Kunden glauben zu lassen, er wäre der Mittelpunkt – und deswegen Gewinn zu machen.

Herr Dr. Franz, stellen Sie sich vor: Es gibt sogar Unternehmer, die sind so verrückt, die stellen den Kunden wirklich in den Mittelpunkt. Und sind dann völlig überrascht, daß sich das rechnet.

In der Regel sogar besser als für die, die den Kunden als lästigen Geldtransporter zu betrachten.

Bei Lufthansa zur Zeit wird dem Kunden sehr deutlich klar gemacht, daß nicht er, sondern der Gewinn Unternehmenszweck ist. Hätten Sie die Wahl, mit wem Sie fliegen wollen, würden Sie einen geldgierigen Meilenabschneider wählen oder eine Airline, bei der sie freundlich begrüßt werden und das Gefühl haben, hier sind Sie zu Hause?

Als Sie als Antwort auf den Kommentar des Aktionärs sagten:

Der Kunde steht selbstverständlich im Mittelpunkt der Bemühungen

Da hörte ich Gelächter um mich herum. Das hat Ihnen keiner geglaubt. Ein Teil davon ist die Meilenentwertung, ein anderer die weiteren Verschlechterungen bei Miles&More.

Ich glaube eher, Sie sehen den Kunden im Mittelpunkt, weil er da überall im Weg steht?