Steuern und Gebühren – Meilenwert?

Bei Meilenflügen innerhalb Europas ist es schon länger möglich, die anfallenden Steuern und Gebühren, die teilweise den Preis eines günstigen Tickets übersteigen, mit zusätzlichen Meilen zu bezahlen.

Lufthansa hat nun diesen Meilenbetrag angehoben – sehr wahrscheinlich wieder rechtlich angreifbar.

Reichten früher 15.000 Meilen, um die rund 140 € Steuern und Gebühren zu bezahlen, sind nun 18.000 Meilen fällig.

Das heißt, der Meilenwert für den Steuern- und Gebührenanteil ist von 0,93 €-Cent auf 0,78 €-Cent gesunken, das sind 84% des Ausgangswertes.

Damit gleicht sich der in dem Fall direkt berechenbare Meilenwert auffällig dem bilanzierten Meilenwert an. Und bestätigt wiederum meine Hypothese, daß die Meilen bislang in der Bilanz zu niedrig bewertet waren.

Der Meilenwert hier zeigt auch deutlich: Meilen bei Lufthansa zu kaufen, ist Geldvernichtung. Denn die kosten im günstigsten Fall das Dreifache, 2,42 €-Cent.

Lufthansa: 3000 Meilen kaufen billiger als 4000

Wer zu viel Geld hat und es loswerden möchte, der kann sich bei Lufthansa auch Meilen kaufen. Das ist meist nicht sonderlich wirtschaftlich.

Wer in die Tabelle schaut, sieht sofort: 1.000 Meilen kosten 35 €, 10.000 „nur“ 245 €. Das suggeriert, daß größere Meilenpakete günstiger werden.

Hier mal eine Gegenüberstellung mit dem Effektivpreis pro Meile:

Paket Paketpreis Effektivpreis
€ / Meile
1000 35,00 € 0,0350 €
2000 60,00 € 0,0300 €
3000 85,00 € 0,0283 €
4000 115,00 € 0,0288 €
5000 135,00 € 0,0270 €
6000 160,00 € 0,0267 €
7000 185,00 € 0,0264 €
8000 205,00 € 0,0256 €
9000 225,00 € 0,0250 €
10000 245,00 € 0,0245 €
11000 270,00 € 0,0245 €
12000 290,00 € 0,0242 €

Ich habe die Ausreißer rot markiert: Ein 3.000 Meilen-Paket ist pro Meile billiger als das 4.000 Meilen-Paket. Und zwar um 0,5 €-Cent pro Meile. Wenn man bedenkt, daß Lufthansa eine Meile mit 0,77 €-Cent bilanziert, ist das schon ein stattlicher Aufschlag.

Das 11.000-Meilen-Paket kostet pro Meile genauso viel wie das 12.000 Meilen-Paket.

Beides hat für mich ein Geschmäckle. Denn ein normal verständiger Kunde sieht eine solche Tabelle, vergleicht zwei leicht zu berechnende Wert, typisch sind das 1.000 und 10.000 Meilen und vermutet dann, daß der Preis mit zunehmender Paketgröße konstant sinkt. Wer macht sich schon die Mühe, so gründlich nachzurechnen?

Dabei ist die Tabelle schon länger so im Einsatz.

Und dann war da noch die Geschichte mit den angeblich gesenkten World-Shop-Preisen