Dr. Franz und die Loyalität

Immer wieder habe ich in dem Blog die Frage nach der Loyalität des aktuellen Vorstandsvorsitzenden Dr. Franz gegenüber Kunden, Vertriebspartnern und Mitarbeitern aufgeworfen. Aktuell lässt mich die Diskussion um Wolfgang Mayrhuber, seinen Vorgänger, befürchten, daß auch ihm gegenüber Dr. Franz nicht loyal ist.

Denn Dr. Franz, das betonen zahlreiche Berichte, ist mit größter Eile dabei, die von seinem Vorgänger Mayrhuber durchgeführten Maßnahmen rückgängig zu machen. Vermutet wird, daß Dr. Franz mit seinen Änderungen fertig sein will, bevor Wolfgang Mayrhuber 2013 Vorsitzender des Aufsichtsrates wird. Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und gibt Strategien vor.

Üblicher Weise soll dabei der letzte Vorstandsvorsitzende frühestens nach einer Übergangszeit von zwei Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender gewählt werden, um zu verhindern, daß er seinen Nachfolger blockiert. Jetzt wird schon diskutiert, daß Mayrhuber besser gar nicht in den Aufsichtsrat soll.

Es ist schon unüblich, die Arbeit des Vorgängers mit der Eile zunichte zu machen, das öffentliche Gezänk über seine Position im Aufsichtsrat ist völlig ungewöhnlich. Da gäbe es elegantere und anständigere Wege.

Irritierend finde ich, daß Dr. Franz in der Zeit des Vorstandsvorsitzes von Wolfgang Mayrhuber in den Lufthansa-Konzern kam, nachdem Dr. Franz bei der Bahn wegen des kundenunfreundlichen Preissystems seinen Hut nehmen mußte. Im Lufthansa-Konzern bekam Dr. Franz die Aufgabe, die Swiss zu sanieren. Mayrhuber rief ihn anschließend in den Vorstand der Konzernmutter und machte ihn zu seinem Nachfolger als Vorstandsvorsitzender.

Sollte man sich nicht gegenüber jemanden, der einen so gefördert und unterstützt hat, etwas loyaler verhalten?

Damit ist Dr. Franz nicht nur den Kunden gegenüber illoyal, davon handelt dieses Blog, sondern auch seinen Vertriebspartnern, seinem Amtsvorgänger und seinen Mitarbeitern.

Denn auch den AUA-Mitarbeitern hat er gerade ordentlich eingeschenkt: Zuerst wurde die AUA in einen Preiskampf mit der Niki getrieben, ein Kampf, den eine wirtschaftlich schon angeschlagene Gesellschaft nur am Tropf des Konzerns überhaupt überleben kann. Ein Kampf auch, der so ruinös war, daß die Niki sogar einige Strecken einstellen mußte. Und jetzt macht Dr. Franz die hohen Gehälter der AUA für die wirtschaftlich schlechte Situation verantwortlich und drängt zu neuen, schlechteren Konditionen. Loyal ist das nicht.

Ich frage mich, ist Dr. Franz auch den Aktionären gegenüber illoyal? Für mich scheint es fast so. Denn auch die Stellungnahme der Verwaltung zu meinem Gegenantrag für die Hauptversammlung ist schwammig, die aktuellen, abrupten Kurswechsel, die schwer zu erkennende Strategie und die offensichtliche Illoyalität gegenüber allen anderen, sogar gegenüber Herrn Mayrhuber, alles das irritiert die Anteilseigner.

Manchmal frage ich mich, ob Dr. Franz nicht noch der Bahn oder Herrn Mehdorn loyal verbunden ist. Denn alle seine aktuellen Aktionen spielen der Bahn und AirBerlin in die Hände.

Herr Dr. Franz – wie wäre es mal mit Loyalität zum aktuellen Arbeitgeber, zum Förderer Wolfgang Mayrhuber, zu den aktuellen Kunden, zu den aktuellen Aktionären, zu den aktuellen Mitarbeitern und den aktuellen Vertriebspartner?

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Wenn Lufthansa so gut wäre wie ihre PR

Respekt, liebe Lufthansa-PR. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einerseits meine Strafanzeige gegen Lufthansa geschickt heruntergespielt und gleichzeitig einer neuen Schlagzeile, wenn dann die Berufung da ist, vorgebeugt. So ist die Berufungsmeldung „draußen“ und keinen Bericht mehr wert. Frech, aber gekonnt.

Daß die Lufthansa PR ihr Geschäft versteht, wissen wir spätestens seit dem Schönreden der Verschlechterungen bei Miles&More und für den HON Circle. Die klangen gedruckt ja auch weniger schlecht, als nachgerechnet…

Doch die Wortwahl war ungeschickt: Eine Strafanzeige wegen einer kompromittierenden E-Mail, aus der hervorgeht, daß man absichtlich die Kunden nicht informiert hat, als „abstruses PR-Theater“ zu vermarkten, erinnert an einen ehemaligen Verteidigungsminister. „Das ist abstrus, ich betone, das ist abstrus.“ Und nachher war es gar nicht abstrus, sondern kostete ihn Kopf und Kragen.

Für die Echtheit der E-Mail spricht sogar die Presseabteilung. Denn wäre sie ein Fake, hätte Lufthansa ihre Existenz längst dementiert und sich damit PR-mäßig sauber gewaschen. So blieb nur der gekonnte Trick, eine neue Meldung einzubringen, die andere abzutun und so von ihr abzulenken.

Die Berufung wird die Lufthansa-PR-Abteilung jetzt auch noch ausbügeln müssen. Denn die verhindert, daß Ruhe in die Geschichte kommt.

Schön, daß wenigstens die PR Dr. Franz loyal ist und ihm hilft, den Riesenfehler „Meilenprozeß“ zu überstehen. Denn außer zum Kranich-Logo ist weder gegenüber Kunden noch Vertriebspartnern Loyalität zu erkennen.

Dabei wäre doch die einfachste und beste PR-Maßnahme gewesen, die geschädigten Kunden zu entschädigen und als Vorstand mutig voranzugehen und neue AGB mit fairen Übergangsfristen zu verfassen. Denn das hätte gezeigt: „Wir nehmen unsere Kunden ernst.“

So eine Meldung braucht auch keine Kunstgriffe, ganz im Gegenteil, sie kommt von selbst gut an.