Wochenrückblick

Damit meine eigentliche Klage nicht untergeht, habe ich gestern noch einen kurzen „Wasserstand“ gebloggt.

Doch die Hauptmeldung der letzten Woche war aus meiner Sicht mein Gegenantrag zur Hauptversammlung der Lufthansa am 8.5.2012 in Köln. Deswegen auch am Samstag auch die Informationen zum Abstimmen und Stimmrechtsübertragung auf der Hauptversammlung.

Eigentlich wollte ich mich dann auch schon am letzten Wochenende der Bilanzierung der Meilen widmen:

Doch die Woche war wie verhext, dauernd kamen aktuelle Meldungen dazwischen, und dann ging auch noch der Finanzvorstand. Beinahe hätte ich auch meinen Wochenrückblick verschoben, um die Meldung, daß Lufthansa erwägt, Eurowings und Germanwings als „Direct 4 you“ zur neuen Billig-Euro-Flotte zu verschmelzen, noch unterzubringen. Aber andererseits steht das sogar schon auf der Bild Seite 1…

Mittwoch mußte ich auch noch ein bißchen Partei für Lufthansa ergreifen, denn eine neue Strafanzeige gegen Lufthansa, die mich auf Umwegen erreichte, hatte doch einige inhaltliche Mängel.

Das war auch schon wieder mein Wochenrückblick – das „lange“ Fenstertagswochende werde ich mal wieder versuchen, mir „blogfrei“ zu nehmen, wenn mir nicht aktuelle Meldungen dazwischenkommen.

Übrigens interessierten Sie letzte Woche diese Artikel am meisten:

LH hat BMI los und potentiell wieder Meilenärger

BMI ist verkauft. Einige feiern das als Erlösung für Lufthansa. Das möchte ich nicht beurteilen. Mich interessiert der Übergang des Bonus Programms „Diamond Club“.

Und dabei geht Lufthansa auch mit dem Holzhammer vor. Seit dem 19.04.2012, also vorgestern, gibt es im Diamond Club keine Status- und Prämienmeilen mehr für Flüge auf Lufthansa-Konzern-Airlines. Allerdings können die Mitglieder bei allen anderen StarAlliance-Carriern noch bis 31.05.2012 sammeln.

Genauso ist es beim Einlösen: Das geht noch allianzweit bis zum 31.05.2012, außer auf Lufthansa-Konzern-Airlines.

Es ist doch komisch, daß ausgerechnet die ehemalige Konzernmutter so schnell die Finger aus dem Bonusprogramm herauszieht, während alle StarAlliance Partner noch sechs Wochen mit den „Überresten“ umgehen können und sich den Kunden gegenüber loyal verhalten.

Lufthansa hätte sich keinen Zacken aus der Krone gebrochen, die ehemalige Tochter und deren Kunden etwas weniger ruppig zu behandeln.

Die neue Mutter, British Airways, dagegen nimmt die Ex-Kunden sehr freundlich auf. Sie versorgt sie mit einer neuen Executive-Club Statuskarte, die dem vorigen StarAlliance-Status entspricht und überträgt die Punkte 1:1 in ihre Avios. Das ist eine faire Umrechenratio.

Gleichzeitig erlaubt sie aber auch, schon vorhandene Avios zum Diamond-Club zu übertragen, um dort noch Flüge zu buchen, möglicher Weise sogar mit StarAlliance-Gesellschaften. Das ist mehr als fair, dem Kunden sogar noch die Chance zu geben, beim „Rivalen“ zu buchen. Das zeigt Größe. Und schon wieder einen guten Kundenumgang.

Umso peinlicher wirkt Lufthansas hektische Flucht.

Schon wieder riskiert man – möglicher Weise, die Rechtslage ist deutlich komplexer als in meinem Fall – auch Ärger wegen der extrem knappen Übergangsfrist speziell für Lufthansa. Lohnt sich das?

Wäre es nicht eleganter gewesen, den BMI-Kunden ebenfalls einen Statusmatch auf einen entsprechenden Lufthansa-Status zu offerieren und die Meilen 1:1 umzutauschen? Womöglich wären sogar noch ein paar neue Kunden abgefallen, es scheinen ja eh welche zu fehlen.

Wochenrückblick

Obwohl diese Woche viel los war, ich den 100. Beitrag online gestellt habe, sind doch nur relativ wenig neue Artikel dazugekommen, so daß mein gewohnter Wochenrückblick kurz wird. Übrigens hatten sich bei meine Umfrage nur Leser gemeldet, die ihn gerne auch in Zukunft lesen möchten.

Natürlich ging es viel um meine Strafanzeige gegen einige Lufthansa-Manager wegen des Verdachts auf Betrug. Der Umstand wurde Sonntag durch einen Artikel des Spiegel publik.

Lufthansa verquickte die Meldung geschickt mit der Nachricht, daß man in Berufung geht. Angeblich um Rechtssicherheit zu erlangen. Wobei ich diese Begründung für unternehmerisch mutlos und ungeschickt halte.

Zwei Beiträge folgten aus einen etwas einseitig recherchierten Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom letzten Samstag:

Und dann gab es zwei weitere Rechtsfragen bei Miles & More, beide beschäftigen sich mit Übergangszeiten. In einem Fall war Lufthansa sogar ungewohnt kulant.

Gerade schrieb mich ein Leser an und wies mich auf die Umstellung des British Midland Diamond Clubs hin, die sich jetzt durch den Verkauf der BMI an die IAG, die Mutter von Iberia und British Airways, ergibt. Auch hier scheinen Übergangsfristen und Aufbrauchfristen viel zu kurz zu sein. Allerdings habe ich dazu noch zu wenig Informationen und muß noch etwas recherchieren. Das Thema passt natürlich 100% in dieses Blog. Wer also Infos hat – ich freue mich über Recherchehilfe.

Unter anderem zum Bilanzwert habe ich gestern abend noch einen Gegenantrag für die Hauptversammlung der Lufthansa verfasst (siehe auch: Eleganter Gegenantrag zur LH-Hauptversammlung), den Blog-Artikel muß ich gleich noch schreiben. Ich habe auch bei einer Internetrecherche gesehen, daß vielfach die Diskussion um den Bilanzwert der Meile noch von vielen Unklarheiten geprägt ist. Daher werde ich jetzt einige Artikel zu Berechnungsüberlegungen schreiben – und bin auch da auf die Diskussion mit Ihnen und Ihre Anregungen daraus gespannt.