Umfrage beendet

Meine Umfrage zu den Meilen-Programmen der Airlines ist nun beendet. Dank Ihrer Mithilfe haben ausreichend viele teilgenommen, so daß ich mich nun an die Auswertung machen kann. Über die Ergebnisse werde ich bald berichten – allerdings voraussichtlich erst nach dem Entscheidungsverkündungstermin am 8.1.13.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

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Silvester

Der Jahreswechsel ist immer eine Gelegenheit zurückzublicken. Diesmal möchte ich allerdings nicht das Verfahren zusammenfassen, sondern auf die Auswirkungen und den Umgang mit meinem Fall schauen. Denn was passiert, wenn man plötzlich ein gut gelesenes Blog schreibt, seine Story und Foto in verschiedenen Zeitungen lesen kann? Das waren für mich neue Erfahrungen.

Zwar wurde ich schon vorher immer mal wieder zu Fachfragen zu meinem eigentlichen Thema zitiert, aber dabei ging es nie auch um mich. Die Meilengeschichte dagegen, so erklärte mir das ein Journalist, lebe auch durch mein Gesicht, weshalb ich immer mal wieder zu Foto- und später auch Drehterminen mußte. Nicht immer war das Wetter dabei sonnig warm.

Da es plötzlich auch um die Person und nicht mehr nur um die Sache ging, war auch ich plötzlich Gegenstand der Diskussion. Das reichte von freundlich neugierigen Fragen meiner Studenten, was denn da los sei, über einigen zehntausend persönlichen E-Mails und Telefonanrufe bis hin zu hitzigen Debatten über meine Motivation in irgendwelchen Foren.

Gerade diese Forendiskussionen waren erhellend: Soweit ich weiß, kannte ich niemanden der Diskutanten, die also auch alle mich bestenfalls aus der Presse. Trotzdem wußten sie (angeblich) alles über meine Gründe, meine Ziele – so konnte ich viel neues über mich lernen 😉

Für mich war ungewohnt, daß nicht mit mir sondern über mich diskutiert wurde. Ich hätte es als viel naheliegender empfunden, mich anzumailen – so wie es auch viele gemacht haben – und Fragen zu stellen, konstruktiv zu kritisieren und so in ein Gespräch einzusteigen.

Mit einigen derer, die mich angemailt oder auch angerufen haben, haben sich hochinteressante Diskussionen ergeben, manche konnte ich sogar schon persönlich treffen.

Gerade diese Gespräche machen „den Fall“ für mich weiter interessant: Ich erfahre über weitere Schandtaten der Lufthansa, bekomme Feedback zu meinen Artikeln, Ideen für neue Artikel (nicht alle konnte ich bisher umsetzen, aber bis zum BGH ist ja noch Zeit), Hinweise auf Interna usw. Durch die Gespräche entsteht ein Wissens- und Ideenaustausch, der aus meiner Sicht die Sache wieder weiter bringt.

Darauf freue ich mich auch im neuen Jahr wieder. Und lade auch gerne die zur Diskussion mit mir ein, die bislang nur über mich gesprochen haben.

Zu Licht gehört auch Schatten, doch zum Glück war die Zahl der Trolle sehr gering. Ein paar gehässige Foristen, wie oben erwähnt und ein tatsächlich jenseits von Gut und Böse agierender Stalker finden sich auf der Negativseite.

Erstaunlich, was ein paar Artikel bewirken können. Auch und Gerade im Guten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sylvesterabend, wo auf der Welt Sie ihn auch feiern (oder schon gefeiert haben) und einen guten Start in das neue Jahr.

Verfahrensstand

Manchmal sind Zufälle spannend: Letzte Woche bekam ich (neben vielen anderen) zwei E-Mails im Abstand von nur ca. einer Stunde, die sich im Ergebnis deutlich widersprechen. Ein Leser schrieb mir, er würde sich freuen, wenn ich nur noch über den Verfahrensstand schreiben würde, denn durch die vielen zusätzlichen Artikel auf meinem Blog würde es für ihn recht unübersichtlich und aufwendiger, den Verfahrensstand nachzuschlagen.

Tatsächlich ist es sehr schwierig, das Blog so zu organisieren, daß die Übersicht jederzeit erhalten bleibt. Da stimme ich zu. Wer gute Ideen hat, ist gerne willkommen! Ich muß zugeben, daß ich selbst von dem Erfolg meines Blogs immer noch überrascht bin und von der Menge an diskussionswürdigen Aktionen der Lufthansa.

Ein anderer war ganz „entsetzt“, daß die letzten Tage weniger Artikel auf meinem Blog waren und fragte, was da los sei. Ob ich gar aufgeben würde?

Nein, keinesfalls. Jetzt erst recht. Auch 4:0 kann man noch aufholen. Dazu bin ich fest entschlossen. Mit Ihrer Hilfe bei meiner Umfrage sieht das auch sehr gut aus:

http://ffp-survey.com

Die beiden recht widersprüchlichen Anmerkungen möchte ich in diesem Artikel beantworten, indem ich einmal nochmal den Verfahrensstand zusammenfasse und zum anderen kurz berichte, wie es mit dem Blog weitergeht und warum es etwas weniger Beiträge in den letzten Tagen waren.

Zum Verfahren: Am 8.1.13 wird das OLG Köln eine Entscheidung verkünden. Das kann ein Urteil sein, muß aber nicht. So könnte z.B. auch ein Beweisbeschluß über die durchschnittlichen Meilenkontostände verkündet werden, ein weiterer Verhandlungstermin angesetzt werden oder ähnliches.

Was genau das Gericht da machen wird, ist schwer vorherzusagen. Die rechtliche Argumentation des Senats war ja, daß es auf den Durchschnittskunden ankäme – und ich kein Durchschnittskunde sei. Deshalb war die vorläufige Einschätzung des OLGs, Lufthansa Recht zu geben.

Meine Umfrage jedoch deutet an, daß ich durchaus noch ein durchschnittlicher Senator sein könnte.

Haben Sie eigentlich schon teilgenommen und den Link auf die Umfrage auch weitergegeben?

Es bleibt also abzuwarten, wie es am 8.1. weitergeht.

Und warum es zur Zeit so wenig Artikel gibt? Ganz einfach: Erst hat mich die Umfrage etwas mehr Zeit gekostet, als geplant, weil ich einerseits über den Lufthansa-Tellerrand hinausschauen wollte und mehr über die verschiedenen Vielflieger-Programme erfahren wollte. Und andererseits, weil die Umfragesoftware doch einige Tücken hatte.

Und dann kam noch das dazu, was jedes Jahr am Jahresende dazukommt: Viel Arbeit, um alles noch rechtzeitig fertig zu bekommen, was dieses Jahr noch fertig werden muß. Dazu noch ein paar private Verpflichtungen und schon wird die Zeit knapp. So werde ich auch die nächsten Tage etwas weniger zum Schreiben kommen und mir über Weihnachten dann mal, so wie Sie wohl auch, ganz freinehmen. Vorausgesetzt immer, es passiert nichts unerwartetes.

Lufthansa sollte sich darüber aber nicht zu früh freuen – nächstes Jahr geht’s dann mit neuem Schwung weiter. Und vielleicht geht auch die lange angedachte englischen Version des Blogs endlich an den Start?

Ärger vom Bundeskartellamt

Lufthansa hat von Firmenkunden verlangt, Auskunft über deren Flugbuchungen mit Wettbewerbern zu geben. Da sagt schon der gesunde Menschenverstand, daß das kartellrechtlich bedenklich werden könnte. Denn die Informationen gehen Lufthansa als in Deutschland marktbeherrschendes Unternehmen nichts an.

Das hat nun auch das Bundeskartellamt so gesehen und Lufthansa dieses Vorgehen verboten (B9-96/09).

Interessant ist dabei die Stellungnahme der Lufthansa, die Biztravel zitiert: Man habe sich jedoch auch in der Vergangenheit stets regelkonform verhalten.

Ist das so ein ähnliches „regelkonform“ wie das „rechtzeitig“ in Bezug auf die Kommunikation der Meilenentwertung?

Was aus Germanwings wird

Heute war die Pressekonferenz der Lufthansa, in der die neue Germanwings vorgestellt wurde. Das Konzept klingt auf den ersten Blick so, als hätte sich Lufthansa doch mal die Mühe gemacht, Kunden im Ansatz zuzuhören. In der Pressekonferenz wurden sogar Einspieler mit Meinungen der Kunden gezeigt. Nicht alle wirkten auf mich jetzt spontan und ungestellt, zudem passten sie auch zu gut zum anschließend vorgestellten Konzept, aber das kann täuschen.

Das Tarifkonzept ähnelt dem von AirBerlin: Drei Tarifstufen, in der billigsten gibt es nichts außer einem Sitzplatz, bis zur teuersten, in der man sich in den ersten drei Reihen einen Platz mit mehr Beinfreiheit und garantiertem Abstellplatz für das Handgepäck reservieren kann.

Interessant ist dabei die Formulierung: Man kann sich den Platz dort vorne reservieren, eine Garantie darauf, daß man auch einen dieser Plätze bekommt, scheint es jedoch nicht zu geben – so zumindest interpretiere ich das Wording. Das könnte, wenn es wirklich so sein sollte, schnell für Unmut sorgen.

Diese Sitze im Flex-Tarif werden einen Loungezugang haben – für alle? Oder nur für die mit passender Statuskarte? Wie wird für Kunden in den billigeren Tarifen aber mit Status der Lounge-Zugang und der beschleunigte Check-In am Boden gelöst werden? Wird hier gegenüber der aktuellen Germanwings nachgebessert werden?

Auch gibt es für diese vorderen drei Reihen im Flex-Tarif wohl wieder HON Circle-Meilen.

Und damit eine interessante Diskrepanz zwischen Lufthansa selbst und Germanwings: Bei der Mutter gibt es in Economy, auch in den flexiblen Buchungsklassen, keine HON Circle Meilen, bei der Germanwings in dem Flex-Tarif „vorne“ doch. Das dürfte den Kunden schwer zu vermitteln sein: Hamburg – München mit der „echten“ Lufthansa im Eco-Flex-Tarif gibt keine HON Circle Meilen, Hamburg – Düsseldorf mit Germanwings schon.

Oder ist das ein erstes Anzeichen, daß Lufthansa jetzt bei den HON-Meilen zurückrudern wird?

Düsseldorf ist in dem Konzept an sich ein interessanter Ort: Der kleinste Lufthansa Hub, von dort starten auch Langstrecken Maschinen mit der First Class in die Welt. Dieser Hub wird anders als Frankfurt und München, die Lufthansa-only bleiben, nur mit Germanwings bedient. Wie sieht da das Boden- und Anschlußkonzept für die Erste-Klasse-Flieger aus?

Aktuell bedienen Lufthansa und Swiss die Strecke Hamburg – Zürich im Wechsel. Bald wird es dann Germanwings sein. Können dann Swiss-Flüge in Business oder First nur noch mit 6-stündiger Umsteigezeit in Zürich realisiert werden, weil der Germanwings-Zubringer, der später flöge, keine Business-Kabine hat?

Wie wird sich dieser Unterschied in Ticketpreisen ausdrücken? Wird es mit Germanwings-Zubringer günstiger, denn schließlich ist das ja nur Economy und nicht Business?

Wie bindet Lufthansa die Premium-Tochter Swiss in das Konzept ein? Was passiert mit der Austrian ab Wien? Die Zubringer durch Germanwings könnten weniger attraktiv sein.

Oder sind sie gar attraktiver: Germanwings soll mehr Sitzabstand als Lufthansa haben. Womöglich wird der Sitz im Vergleich zum Lufthansa-Campingstuhl auch komfortabler? Stärkt das womöglich den Neben-Hub Düsseldorf – und die Töchter Swiss und Austrian, weil die Kunden dann trotz Billigflieger bessere Sitze bekommen? Oder wird die Lufthansa-Kontinentalflotte angepasst werden?

Es bleiben einige Fragen offen, auch wenn einige interessante Ideen zu sehen sind.

Wie sagte Carsten Spohr so treffend in der Pressekonferenz: Die Kunden werden entscheiden.

Die Entscheidung für die drei Tarife wird auch nach dem Preis getroffen werden: 33 € soll das billigste One-Way-Ticket kosten, die Preise für die Flex-Tarife hat Lufthansa aber nicht kommuniziert. Stehen Aufpreis und Zusatznutzen in einem angemessenen Verhältnis?

Entscheidend scheint mir an dem neuen Konzept: Es ist nichts dabei, was nicht auch Lufthansa hätte selbst machen können. Der einzige echte Migrationsgrund zu Germanwings scheinen die niedrigeren Lohnkosten dort zu sein.

Damit geht es jetzt in den Preiskampf gegen AirBerlin. Da wage ich doch mal die Vorhersage, daß sich in spätestens drei bis vier Jahren der Lufthansa-Vorstand, so wie gerade bei der Austrian geschehen, hinstellen wird und feststellt: Wir sind nicht profitabel. Das liegt an den hohen Lohnkosten – und da weiter kürzt. Während der Preiskampf munter weitergeht.

Updates zur Umfrage

Heute habe ich der Umfrage noch eine eigene Webseite spendiert, dadurch lässt sich der Link leichter weitergeben:

http://ffp-survey.com

Und darum bitte ich natürlich wieder. Und danke gleichzeitig. Denn Ihre Hilfe hat mir schon viel gebracht:

Aktuell habe ich z.B. bereits ca. 1% aller HON Circle Mitglieder erreicht. Das heißt, Daten, die ich über den HON Circle erhebe, dürften schon ein vernünftiges Validitätsniveau erreicht haben.

Auch bei den Senatoren bin ich mit über 1‰ schon gut dabei. Und würde das gerne noch ausbauen.

Für die „restlichen“ Statusgruppen braucht es natürlich ein paar mehr Teilnehmer, um einen vergleichbaren Anteil zu erreichen. Und für die anderen Airlines auch. Dafür brauche ich weiter Ihre Unterstützung. Werben Sie bitte mit für meine Umfrage.

Der aktuelle Zwischenstand zeigt aber auch: Meine Seite erreicht ausgerechnet die Vielflieger von Lufthansa. Also eigentlich die, die Lufthansa sich unter ökonomischen Gesichtspunkten gerade nicht zum Gegner machen sollte.

Ich hoffe jetzt, daß durch den neutraleren Link vielleicht noch mehr „normale“ Flieger meine Umfrage ausfüllen, so daß ich für alle Gruppen und Airlines repräsentative Ergebnisse erreiche.

Zwischenstand Umfrage

Zunächst an alle die, die noch nicht an meiner Umfrage teilgenommen haben: Bitte unbedingt mitmachen, jede Stimme zählt!

Zur Umfrage (deutsch)

Survey (in English)

Und bitte auch die Umfrage weitergeben. Mein qualitativer Eindruck bisher ist, daß ich bislang überwiegend Vielflieger erwischt habe. Das ist schön, weil ich damit für den Bereich der Statuskunden wohl bald statistisch signifikante Angaben machen kann, aber ich möchte ja noch mehr erreichen. Ich will ja für alle Flieger Daten haben. Und auch für alle Airlines.

Daher nochmal die Bitte: Geben Sie unbedingt die Links im Freundes- und Bekanntenkreis weiter, um so eine runde und vielseitige Umfrage zu erreichen. Noch sind nicht alle Airlines gut abgedeckt. Und dabei, diese Umfrage zum Erfolg zu führen, können Sie mir helfen. Twittern Sie, facebooken Sie, mailen Sie was das Zeug hält.

Schon allein aus Neugier hole ich mir immer mal wieder Zwischenauswertungen der Umfrage. Für ordentliche Statistiken ist es noch deutlich zu früh. Doch auch die freien Kommentare, die sich nicht statistisch fassen lassen, sind sehr interessant und aufschlußreich. Daraus möchte ich einfach ein paar zu Lufthansa zitieren – nicht alle, das würde den Rahmen sprengen:

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