Heute Pressekonferenz: Direct4U-Namensbekanntgabe

Für heute 11:00 Uhr haben der Lufthansa Vorstandsvorsitzende Dr. Franz, der Passage-Vorstand Carsten Spohr und Thomas Klühr, Vorstand „München & Direct Services“ nach Frankfurt äußerst kurzfristig zu einem Pressegespräch eingeladen, es soll der Name der neuen Billigtochter aus Germanwings und dem Europa-Direkt-Verkehrsgeschäft der Lufthansa kommuniziert werden. Bisher firmiert der Billigflieger in der Presse unter dem Projektnamen „Direct4U“.

Mich irritiert, daß diese Pressekonferenz während der gerade angelaufenen Schlichtung erfolgt – denn dort soll auch das Thema „Direktverkehr“ und die künftige Ausgestaltung für die Mitarbeiter vereinbart werden.

Während die Mitarbeiter sich an die Friedenspflicht während der Schlichtung halten, schafft der Vorstand Tatsachen. Ob sich das der Schlichter Professor Rürup gefallen lässt, der auch Zweitgutachter der Disseration von Dr. Franz war?

Damit zeigt die Unternehmensleitung genau dasselbe Verhaltensmuster wie bei der Meilenentwertung: Heimlich vorbereiten und dann schnell umsetzen, wodurch Gegenwehr verhindert werden soll.

Das mag zwar möglicher Weise den kurzfristigen, ökonomischen Interessen dienlich sein, aber es nimmt den Mitarbeitern den letzten Rest Vertrauen. Zumal der Vorstandsvorsitzende Dr. Franz am Montag im Mitarbeitergespräch in München zwar von „Sparen“ gesprochen hat, aber die rasche Umsetzung von Direct4U laut meinen Quellen nicht erwähnt hat.

Damit hat Dr. Franz nach den Kunden nun auch die Mitarbeiter überrumpelt und ausgetrickst, auch den Reisebüros, seinen Vertriebspartnern, hat er schon übel mitgespielt.

Wann sind die Aktionäre und Kreditgeber an der Reihe? Liegt z.B. bei der Bewertung der Meilen noch ein faules Ei im Nest, daß die Geldgeber schlucken müssen?

Wird aus der Gruppe sich noch jemand für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lufthansa finden?

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7 Gedanken zu „Heute Pressekonferenz: Direct4U-Namensbekanntgabe

  1. Einerseits bin ich ja ebenfalls aus vielen hier genannten Gründen zu Airberlin und Etihad übergewechselt. Andererseits ist das Modell der Lufthansa die alten B737-300/ 500 gegen modernere Airbus der Germanwings zu tauschen nicht schlecht. So haben die die alten Umweltverpester gegen neueres Fluggerät ausgetauscht, ohne in neue Kurzstreckenmaschinen investieren zu müssen.
    Die Airberlin fliegt ja nur neuere B737, die sind im Anflug nicht so laut und verpesten auch nicht so stark die Umwelt.
    Gerade als Anwohner der Einflugschneise in Düsseldorf merke ich am Lärm, ist es eine olle Möhre der Lufthansa oder eine neue B737-800 next der Airberlin.

    Aber zur Lufthansa kehre ich nicht mehr zurück, habe inzwischen auch alle Bonusmeilen aufgebraucht.

    Ich glaube auch nicht, dass es Lufthansa in dieser Form in 5 Jahren noch gibt. Entweder werden die Saudis einsteigen oder die LH muß sich an Ryanair und Easyjet messen lassen.
    Oder die gehen wegen des schlechten Images bei Vielflegern pleite.

  2. Germanwings machte zuletzt pro befördertem Passagier einen Verlust von
    ca. 6,50 € – 7,00 € ; dafür muss es wohl jetzt der Umsatz bringen…

    • Es hat auch sicher niemand die Absicht, sollte Germanwings dann auf Dauer unprofitabel sein, was ja zumindest im Bereich des möglichen ist, diese Tochter zu verkloppen. Vielleicht warten die Emirates darauf, das wäre dann deren AirBerlin…

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