Lesehinweis: Manager Magazin 08/12

Das aktuelle Manager Magazin 08/2012 berichtet als Titelthema über die Probleme der Lufthansa, natürlich ist da auch die Meilenentwertung erwähnt:

Kopfschütteln auch bei Wohlmeinenden löst sein [gemeint ist Dr. Franz, Anm. T. E.] Vorgehen im Meilenstreit aus.

Viel wichtiger jedoch ist die Darstellung im Artikel, daß im Vorstand zwischen Dr. Franz und Carsten Spohr ein Machtkampf toben soll – ausgetragen auf dem Rücken der Mitarbeiter und Kunden.

Der Vorstand ist nicht nur für das Wohlergehen von aktuell knapp 121.000 Mitarbeitern (und vielen Leiharbeitern), sondern auch für einige Milliarden Kapital, z.B. für 700 Flugzeuge verantwortlich. Wie kann er sich da interne Grabenkämpfe und Machtspiele leisten – es ist ja schon schlimm genug, daß Dr. Franz versucht, sich mit Macht gegen die Kunden durchzusetzen.

Ganz unplausibel erscheint die Behauptung im Manager Magazin nicht, schließlich ist die Fluktuation im Vorstand relativ hoch. Das kann die Folge schlechter Stimmung sein.

Ein großes Problem scheint der Umgang mit Kritik und der Wille zur Veränderung im Vorstand zu sein – davon kann ich ein Lied singen. Meine Kritik ist auch noch nicht angekommen, sondern wird laufend abgewehrt. Das Manager Magazin schreibt dazu:

Dazu allerdings [Offenes Denken, Anm. T.E] […] ist sie [Lufthansa, Anm. T.E.] nur bedingt in der Lage.

Auf Geheiß des Vorstands eruierte das Berliner Beratungsunternehmen IFOK die Hauskultur der Lufthansa. […] recherchiert und analysiert, inwieweit der Geist des Hauses für einen geschäftlichen Aufbruch taugt.

Die Präsentation der Ergebnisse vor […] den 50 höchsten Managern, fiel desaströs aus. An vielen Stellen herrsche Selbstherrlichkeit […]. Man sperre sich gegen Einflüsse von außen und sei unfähig zur Veränderung.

Bereits da rangen die Zuhörer nach Luft.

Viele Blockaden, ging es weiter, hingen obendrein mit einem regelrechten Machtkampf zusammen, einer Frontstellung zwischen Topmann Franz und Vorstandsmitglied Carsten Spohr (45) […]. An dieser Stelle wurde die Präsentation abgebrochen […]. Der Berater ist seinen Job los. […] Das kommt davon, wenn man die Wahrheit sagt.

Es ist ja ganz nett, daß es IFOK auch so geht wie mir und deren berechtigte Kritik schlicht abprallt. Doch wenn das zutrifft, dann frage ich mich, wann der Vorstand mal wieder seinen Elfenbeinturm verlassen will, sich mit der Realität und den Bedürfnissen der Kunden, Mitarbeiter und damit damit denen der Gesellschaft auseinandersetzen wird?

Man kann ja nicht immer nur unliebsame Berater rausschmeißen und kritische Kunden vergraulen.

Wieso schweigt der Aufsichtsrat zu alledem? Bis auf einen Kommentar des Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Weber, der schon sehr danach klang, als habe er das Vertrauen in Dr. Franz verloren, drang noch nichts nach außen.

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13 Gedanken zu „Lesehinweis: Manager Magazin 08/12

  1. Bezahlen werden sie die Beraterfirma trotzdem muessen. Und das allerbeste: Es gibt mal wieder sehr laecherliche Berichte in der Presse. Haetten sie sich die Praesentation stillschweigend angesehen, danach in den Papierkorb befoerdert und weiterhin geschwiegen dann kraehte heute kein Hahn danach. So ist es nun wieder in aller Munde. Peinlich!

    • Für Feedback wird immer empfohlen, es bis zum Ende anzuhören, es gar nicht zu kommentieren, sondern wirken zu lassen – und dann zu prüfen, was man davon übernehmen will. Das wäre in dem Fall klug gewesen.

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  4. Ich als alter Lufthanseat muß mich bedauerlicherweise der Kritik in diesem Artikel anschließen und bin entsetzt was solche Leute wie der Herr Dr. Franz aus dieser, meiner Firma bei der ich mehr als die Hälfte meines Lebens verbracht habe, gemacht hat. Ich glaube, ein opjektives Urteil abgeben zu können, zumal ich noch immer Zugang zu Internas habe. Denn wenn ein PAD mit den Umständen und dem äusserem Erscheinungsbild nicht mehr zurecht- kommt, wie soll dann ein normal Kunde es schaffen sich behütet und wohl zu fühlen.

    Mit freundlichen Grüßen
    W. Schmitz

    • Auch ich kann nicht verstehen, wie der Vorstand gerade das zerstört, womit Lufthansa mal Geld verdient hat: Dem guten Image. Das aus gutem und kulantem Service entstanden ist.

    • Mich kontaktierte am 27.09.2012 Wilfried Schmitz, stellvertretender Konzernbetriebsratsvorsitzender der Lufthansa AG und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Lufthansa Cityline und bat darum, klarzustellen, daß es sich bei ihm nicht um den oder die W. Schmitz handelt, der den obigen Kommentar geschrieben hat.
      Aufgrund der Häufigkeit des Namens Schmitz und der Vielzahl an möglichen Vornamen, die mit W beginnen, wäre es tatsächlich weit hergeholt, zu vermuten, es handelt sich bei W. Schmitz um eben den Wilfried Schmitz, der mir schrieb.

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