Lufthansa hat Berufung eingelegt

Jetzt weiß ich es auch offiziell und nicht nur vom Pressesprecher und aus der Hauptversammlung: Lufthansa hat gegen mein Urteil Berufung eingelegt. Der entsprechende Schriftsatz ist jetzt auch bei mir eingegangen.

Dabei ist die Berufung zunächst nur ein unbegründetes Schreiben, daß Berufung eingelegt wird. Die Begründung kann nun bis ca. 20.05.2012 nachgelegt werden. Allerdings kann Lufthansa auch eine Fristverlängerung beantragen, das wäre ca. der 20.06.2012.

Interessanter Weise hat Lufthansa die Kanzlei gewechselt. War in der ersten Instanz noch Arnecke Siebold zuständig, stammt die Mitteilung über die Berufung von CMS Hasche Sigle. Mein Anwalt meinte, Großkonzerne wechseln gerne für eine neue Instanz die Kanzlei, das sei kein Hinweis auf die Qualität der erstinstanzlichen Arbeit.

Für mich jedenfalls gibt es keinen Grund, meinen Anwalt zu wechseln. Er hat bisher hervorragende Arbeit geleistet.

Mal sehen, wie Lufthansa die Berufung begründet. Juristisch wird es sportlich, nach der kompromittierenden E-Mail, die in eine Strafanzeige mündete jetzt noch Land zu gewinnen. Bleibt nur noch der Versuch, mich über einen Vergleich zu kaufen. Oder den Managementfehler noch weiter auszubauen.

Jedenfalls halte ich den Schritt der Berufung mit dem vorgeschobenen Argument der Rechtssicherheit für wenig geschickt, Lufthansa lässt sich so vom Gericht unternehmerische Entscheidungen diktieren.

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11 Gedanken zu „Lufthansa hat Berufung eingelegt

  1. Na da Lufthansa wohl verlernt hat „Unternehmerisch“ zu handeln wird es wohl nicht so schlecht sein wenn das Gericht stattdessen entscheidet. Ich hoffe sehr darauf das es NICHT zu einem Vergleich kommt, sondern das Lufthansa Maßnahmen auferlegt werden. z.B. das Meilen die vor dem Stichtag aufgebaut wurden mit einem Faktor multipliziert werden und somit die Meilenentwertung ausgleichen.
    Ausserdem sollte Lufthansa noch richtig eins auf die Mütze bekommen für die kurzfristige Info zu den Meilenanpassungen etc. zur Weihnachtszeit ohne entsprechenden zeitlichen Vorlauf.
    In Summe ist das Vorgehen von Lufthansa sehr enttäuschend, MADE IN GERMANY sieht anders aus.
    Mir ist es egal welche Flugline mein Geld bekommt, solange die Leistung stimmt und das Bonusprogramm fair mit mir ist. Beides MUSS Lufthansa massiv überdenken.
    –ein enttäuschter SEN–

    • Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht: Wer sich so dumm anstellt, muß was auf die Mütze bekommen. Doch ich fürchte, daß es im Fall Lufthansa zuerst die falschen trifft. Nämlich die Mitarbeiter. Der Vorstand wird den Laden so kaputt sparen, daß immer mehr Mitarbeiter gehen müssen und / oder weniger Gehalt bekommen, bevor letztlich die Managementfehler behoben sind.

      Daher würde ich es begrüßen, wenn Lufthansa endlich kapiert, daß eine schnelle, außergerichtliche Lösung sehr viel sinnvoller ist. Im Sinne der echten Lufthanseaten. Eine Lösung natürlich, bei der alle Geschädigten entschädigt werden. Ideen hätte ich dafür. Lösungen, die mir akzeptabel scheinen, die uns Kunden vor so groben Ungemach in Zukunft bewahren, die aber auch wirtschaftlich sinnvoll sind.

      Dr. Franz hat den Fehler gemacht. Nicht seine Mitarbeiter.

  2. Sehr geehrter Herr Eggendorfer,

    Respekt für Ihr bisheriges Ergebnis und ihre Arbeit, die im Sinne vieler, weniger bewandter und ungehörten LH-Kunden ist. Ich würde mich freuen, wenn es zu keinem Vergleich käme und somit ein Präzedenzfall entstünde, der mit Sicherheit viele Weitere veranlassen würde, Klage einzureichen. Ich vermute nämlich, dass die LH nicht eigenständig und unaufgefordert, die nötigen Anpassungen bei sämtlichen Mitgliedskonten durchführen. Somit werden zahlreiche Klageeinreichungen nötig werden, die mit Hilfe Ihres Urteils deutlich höhere Erfolgsaussichten haben. Können Sie uns grob angeben, wie lange es bis zu einem Urteil in zweiter Instanz dauern könnte?

    Zur Info bezüglich der Nichtkommunikationstaktik der LH: Ich habe ebenfalls in zwei Schreiben eine Frist gesetzt. Auf beide Nachrichten wurden in keiner Weise reagiert, was ein sehr befremdliches Verhalten ist für Deutschlands „führende“ Fluglinie.

    • Vielen Dank für das positive Feedback.

      Das Urteil kann noch ewig dauern – Lufthansa hat Zeit bis 20.05. für eine Berufungsbegründung, sehr wahrscheinlich wird die Fristverlängerung bis 20.06.12 genutzt. Dann müssen wir mindestens vier Wochen Zeit für die Erwiderung bekommen. Das Gericht wird vermutlich nicht sehnsüchtig auf das Verfahren warten, sondern auch gut ausgelastet sein. Dann kommt auch noch die Sommerpause.

      Ich gehe davon aus, daß vor September kein Verhandlungstermin stattfinden wird – und das ist vermutlich optimistisch. Wenn bis Jahresende ein Urteil da wäre, wäre das wahrscheinlich schnell. Selbst dann ist noch nicht unbedingt Rechtskraft entstanden, es könnte immer noch eine Revision zum BGH erfolgen.

      Für alle Beteiligten, also uns und Lufthansa, könnte daher ein Vergleich viel günstiger sein. Für uns, weil Lufthansa dann alle betroffenen Kunden angemessen entschädigt, wir uns viele Klagen sparen, eine schnelle Lösung entsteht, für Lufthansa, weil die Führung von zwei Konten mit einem gigantischen organisatorischen Aufwand und Dutzenden ungeklärten Fragen verbunden ist. Die Kosten, die aus einem Urteil für Lufthansa folgen könnten, sind nicht kalkulierbar. Abgesehen ist ein zurückgewonnener Kunde billiger, als ein Kunde, der nach einer Klage gewonnen hat und trotzdem abwandert. Ein Vergleich, der auch die anderen Kunden außer mir berücksichtigt, ist kalkulierbar. Aber das scheint der Vorstand nicht zu sehen.

      Insofern könnte ein Vergleich ein sehr gute Lösung sein, wenn er alle Kunden berücksichtigt. Doch daran glaube ich nicht. Lufthansa will auf Teufel komm raus ein Urteil. Insofern habe ich es schon lange aufgegeben, über Vergleiche nachzudenken.

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