Der Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen und Meilenpreisen

Die Süddeutsche schreibt heute bislang leider nur in der Druckausgabe unter der Überschrift „Miles&Less“ über meinen Fall und die Diskussion über den Bilanzwert der Meilen auf der Hauptversammlung.

Die Süddeutsche zitiert die Lufthansa mit der Angabe, daß es Preisanpassungen im Leben immer gäbe,

an Tankstellen und auf dem Wochenmarkt für Äpfel

Und genau hier geht die Lufthansa meines Erachtens ganz massiv fehl: Wenn ich mich auf dem Wochenmarkt mit dem Händler über den Preis der Ware geeinigt habe, dann gilt der für den Kaufvertrag. Natürlich kann sich der Preis vor Vertragsschluß jederzeit ändern.

Allerdings eben immer nur bis zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Und nicht danach.

Durch die Meilenentwertung hat Lufthansa nach dem Vertragsschluß die Preise angehoben. Die Meilen sind ein Teil des Flugpreises, den ich bezahle. Und sie sind ein Rabatt auf künftige Flüge, das hat sogar der BGH schon gesagt.

Sie sind also analog den netten Aufklebern im Supermarkt oder den Stempeln beim Bäcker zu sehen. Hat der Bäcker beim Kauf gesagt, für zehn Stempel gibt es ein „Freibrot“, dann kann er nicht nach dem Kauf sagen: „Ätsch, jetzt will ich zwölf.“

Genau das macht aber Lufthansa bei der Meilenentwertung.

Der Bäcker ist da schlauer, der schreibt auf seine Sammelkarte ein Gültigkeitsdatum. Hat man bis dahin nicht die nötigen Stempel zusammen, verfällt der Rabatt. Diesen Verfall gibt es zwar nach drei Jahren für „Normalkunden“ bei Lufthansa, aber nicht für Lufthansa-Kreditkartenbesitzer und Frequent Traveller, Senatoren und HON Circle Mitglieder. Deren Meilen sind gültig, solange sie die jeweilige Karte haben.

Lufthansa hat nach unserer Lesart auch in den AGB keine Regelung für die Anpassung der Prämien vorgesehen.

Lufthansa hat sich also selbst ein Bein gestellt. Hätte Lufthansa sich geschickt und loyal verhalten, hätte man eine längere Übergangsfrist gewährt und wäre man zu den Kunden kulant gewesen, hätte sich kaum wer die Mühe einer Klage gemacht. Mir jedenfalls wäre es zu blöd gewesen.

Aber von heute auf morgen ohne adäquate Vorankündigung den Kunden bis zu 3,6 Milliarden € zu nehmen, das kann und darf nicht zulässig sein.

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Ein Gedanke zu „Der Unterschied zwischen Äpfeln und Birnen und Meilenpreisen

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