Was bedeuten die Miles&More-Änderungen?

Am Dienstag berichtete ich von Neuerungen bei Miles&More, noch unkommentiert. Dienstag trat auch AirBerlin der OneWorld bei, was für mich Grund für einen Vergleich des neu erstarkten Konkurrenten war.

Zunächst freut mich, daß Lufthansa immerhin mal eine Vorlaufzeit für die Änderungen vorgesehen hat – also im Wesentlichen, bis auf „Kleinigkeiten“, wie die Bewertung der Business-Buchungsklassen P und Z mit Meilen. Ich halte es für sehr fraglich, ob diese Änderung für bereits gebuchte Tickets zulässig ist, denn auch das ist eine nachträgliche Verkürzung des bei Kaufs vereinbarten Rabattes. Zum Glück habe ich keine Buchung.

Allerdings scheint man aus meinem Fall nichts gelernt zu haben, denn obwohl Lufthansa intern behauptet, die Änderung seit dem 20.03.2012 an die Kunden zu kommunizieren, ist auf der Miles&More-Homepage unter News noch nichts zu sehen, auch E-Mails oder Post diesbezüglich hat mich noch nicht erreicht. Die neuen Meilenwerte stehen aber schon in der Tabelle. Sicherlich wird Lufthansa das wieder geschickt verargumentieren und behaupten, man habe „rechtzeitig auf allen Kanälen“ berichtet.

Senator mit 100.000 Meilen

Auf den ersten Blick eine Verbesserung: Es sind weniger Meilen nötig. Viele „Auswanderer“, die nur für die goldene Karte einen Wohnsitz im Ausland angenommen haben (das soll es geben), können jetzt auch wieder heim.
Allerdings sind die Meilen schwerer verdient. Durch die Abwertung der Businessbuchungsklassen sind deutlich mehr Flüge nötig. Da frage ich mich, ob das wirklich ein Gewinn ist.

HON-Circle-Meilen nur noch in Business und First

Das ist ganz eindeutig eine Verschlechterung. Lufthansa kommuniziert das auch so, denn dadurch soll die Exklusivität des HON Circle wachsen. Das ist Marketing-Sprache für: Deutlich erschwert und damit verschlechtert. Und daraus lässt sich auch schließen, daß weiterhin nur Konzern-Airlines zum HON-Circle-Meilen-Verdienst geeignet sind, was aus der internen Mitteilung nicht ganz klar war.

Upgrades aus Business in First

Auch hier eine klare Verschlechterung: Aus günstigen Business-Buchungsklassen ist ein First-Upgrade nicht mehr möglich. Damit ist es nun völlig unwirtschaftlich, überhaupt noch mit Meilen in die First-Class upgraden zu wollen, denn das Basis-Ticket ist durch die nötigen Buchungsklassen deutlich teurer als in meinem Rechenbeispiel.

Promotion für Senatoren mit mehr als 300.000 Meilen

Eine schöne Idee, nur was bringen die zwei eVoucher, wenn man damit nur aus teuren Buchungsklassen upgraden kann? Das widerspricht der Idee des Incentives.

Business-Meilenabwertung

Das klang oben schon durch – ein Business-Ticket mit Meilen wie in der Economy. Bei gleichbleibenden Ticketpreisen wird es so durch die Hintertür teurer. Also auch eine Verschlechterung.

Fazit

Nach der Meilenentwertung, wegen der ich klage schon wieder eine Verschlechterung des Programms. Schon wieder Kundenbindungswert verloren.

Das ist allerdings fatal, zitiert doch der Spiegel 02/2012 treffend Herrn Eskenazy mit der Aussage, daß Lufthansa zwar ein schlechtes Bordprodukt habe, ihr aber wegen des Bonusprogrammes die Bude eingerannt würde. Jetzt wird ausgerechnet der Kundenbringer weiter verschlechtert.

Ich halte das für keine weise Entscheidung, am Kunden zu sparen. Der geht dann nämlich einfach.

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