Franz fordert Regierungshilfe

In der Wirtschaftswoche fordert Dr. Franz, der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende, Unterstützung durch die Regierung. Denn die arabischen Fluglinien würden ihm Kunden wegnehmen.

Die WiWo zitiert ihn indirekt: „Nach Angaben von Franz fliegt etwa die Airline Emirates von Düsseldorf aus mittlerweile mehr Kunden nach Asien als die Lufthansa.

Nur am günstigeren Preis kann es nicht liegen. Vielleicht sind Service und Kundenumgang zentrale Themen?

Ich zumindest kenne kein Unternehmen, daß so schlecht mit seinen Stammkunden umgeht wie Lufthansa zur Zeit. Das liest sich auch deutlich in den zahlreichen Artikeln und Radiomeldungen, die seit Freitag über mein Urteil in Sachen Meilenentwertung erschienen sind.

In einigen Interviews seit Freitag war die Frage: „Fliegen Sie jetzt wieder Lufthansa?“ Ich konnte nur antworten: Das weiß ich noch nicht. Denn ich habe gesehen, daß auch andere Airlines schöne Flieger haben – und oft einen wesentlich besseren Kundenumgang.

Ich habe jetzt ein Urteil. Ein Urteil, das mich möglicher Weise vor einem Schaden schützt und anderen Kunden helfen kann. Aber das Urteil, das sollte ein Unternehmer wissen, beendet zwar auf inhaltlicher Ebene einen Konflikt, aber nicht auf menschlicher. Das Vertrauen in Lufthansa ist weiter erschüttert.

Lufthansa hat es, aus meiner Sicht sehr ungeschickt, auf ein Urteil ankommen lassen. Lufthansa hat, das sagt das Urteil, unrechtmäßig gehandelt. Lufthansa hat dadurch viele Stammkunden verloren.

Und jetzt soll der Staat gegen den Wettbewerb helfen?

Wann argumentiert Dr. Franz, daß AirBerlin Start- und Landerechte entzogen werden sollen, jetzt, wo der früher immer kleine und finanzschwache Wettbewerber gestützt durch Etihad-Geld und den morgigen Beitritt zur OneWorld-Alliance erstarkt?

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2 Gedanken zu „Franz fordert Regierungshilfe

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