Betroffene der Meilenentwertung – Reaktionen

Wer ein Blog schreibt, bekommt E-Mails. Und so bekomme ich auch einige. Und das schon, seit die Geschichte meiner Klage das erste Mal in der FTD erwähnt war.

Was mich selbst überrascht hat: Keiner hat mein Vorgehen kritisiert, bisher wünschten mir alle viel Erfolg, viel Glück für mein Verfahren, haben sich bedankt, was ich durch mein Verfahren für andere Kunden leiste. Das geht natürlich runter wie Öl, so viel ist klar.

Es zeigt aber auch, wie unzufrieden wohl die Vielzahl der Kunden mit Lufthansa ist, wie verärgert man über die heimliche Meilenentwertung ist.

Für mich ein klares Indiz, daß Lufthansa Markenimage nicht erst durch mein Verfahren gelitten hat, sondern scheinbar schon länger am Kunden vorbei gearbeitet wird.

Interessant ist die Bandbreite der Reaktionen. Natürlich haben mich HON Circle Mitglieder, bezogen auf deren Gesamtzahl sogar unverhältnismäßig viele, angeschrieben, teilweise mit siebenstelligen Meilenkonten. Das ist natürlich für Lufthansa ganz fatal, denn die treuesten und besten Stammkunden sind sauer. Sie wollen ebenfalls gegen die Meilenentwertung klagen.

Das wäre in etwa so, wie ein Kunde der seit Jahren im gleichen Restaurant zweimal täglich ein Drei-Gänge-Menü verspeist und einmal anmerkt, daß das Fleisch nicht richtig durch ist. Was würde ein anständiger Gastwirt instinktiv machen? – Richtig. Den Gang neu servieren oder als Entschädigung einen Grappa auf’s Haus bringen oder für das nächste Mal die fünf Gänge zum Preis von drei versprechen. Jedenfalls sich entschuldigen und das Problem lösen.

Doch weit ab von HONs, es waren auch viele „Seltenflieger“ dabei. Gestern erst erreichte mich die E-Mails eines jungen Mannes, der jetzt über einige Jahre, dank Miles & More Kreditkarte vom Verfall befreit, 120.000 Meilen zusammengesammelt hat. Damit wollte er jetzt, ein Jobwechsel stand an, ein halbes Jahr Auszeit nehmen und nach Südamerika fliegen, natürlich in der Business Class auf der langen Strecke, um sich auch mal den Traum von einem Business Flug zu verwirklichen. Genau so, wie man sich das vorstellt, wenn eine Auszeit ansteht. Südostasien oder Fernost wären auch für die Meilen drin gewesen.

Jetzt braucht er deutlich mehr Meilen für den Flug. Damit ist sein Traum von Lufthansa zerplatzt worden. Hätte er das eher gewußt, hätte er sich die hohe Kreditkartengebühr bei Lufthansa gespart, die ihn vor dem Meilenverfall schützen sollte. Und ist jetzt enttäuscht und verärgert von Lufthansa.

Und so zieht sich der Ärger durch die Kundengruppen. Solche Enttäuschungen vergessen Kunden nicht.

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